Frage der Woche (42): Welche außergewöhnlichen Berufe gibt es in Deinem Quartier?

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Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diese Woche erzählen sie, wer in ihrem Viertel auf ungewöhnliche Weise seinen Lebensunterhalt verdient.

Stadtteilreporterin Christina Lachnitt:

Kai Schupp ist der einzige Lautenbauer in Ottensen (Symbolbild: pa)

Kai Schupp ist der einzige Lautenbauer in Ottensen (Symbolbild: pa)

Kai Schupp ist zwar nicht der einzige Lautenbauer Hamburgs – soweit er sich erinnert, gibt es noch einen weiteren neben ihm –, aber definitiv der einzige in Ottensen. Seit 1986 übt er seinen Beruf aus.

Dass er Lautenbauer wurde, war teils gewollt, teils aber auch Zufall. Bereits in der Schule wählte er Musik als Leistungskurs und wollte nach dem Abitur nicht studieren, sondern etwas mit Musik und Handwerk machen. Der Beruf des klassischen Instrumentenbauers sagte ihm jedoch nicht zu, und so ging er nach Mailand, um dort das Handwerk des Lautenbauers zu erlernen.

Dort sammelte er Wissen über den Nachbau und die Restaurierung von historischen Musikinstrumenten. Vier Jahre dauerte die Ausbildung, anschließend machte er sich in Hamburg selbstständig. Erst restaurierte er Zupfinstrumente im Museum für Kunst und Gewerbe. Nebenbei studierte er Musikwissenschaften und Holzbau an der Universität Hamburg. Mittlerweile ist der 50-Jährige in Ottensen angekommen. In der Schreinerei in der Harkortstraße 123 baut er nicht nur Lauten, sondern verarbeitet alles, was mit Holz zu tun hat. Einerseits, weil das Lautenbauen für Schupp in den Jahren zur Routine geworden ist, und andererseits, weil es sich nur vom Lautenbau allein nicht leben lässt.

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