Frage der Woche (34): Was findest du „cool“ in deinem Viertel? Und was eher „uncool“?

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Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diese Woche erzählen sie, was in ihrem Quartier das Prädikat „cool“ verdient – und was ihrer Meinung nach eher in die Rubrik „uncool“ fällt. Eure Meinung ist gefragt!

Stadtteilreporter Julian Hinz:

Noch im Bau: Die neue Stadtrad-Station in Ottensen (Bild: J. Hinz)

Noch im Bau: Die neue Stadtrad-Station in Ottensen (Bild: J. Hinz)

Aus meiner Sicht hängt der Coolness-Faktor eines Quartiers nicht unwesentlich mit seinen Bewohnern zusammen. Trotzdem möchte ich nicht versuchen zu beurteilen, wer in Ottensen die tollsten Klamotten trägt oder die beste Musik hört. Denn ich hätte ein Problem damit, jemanden als uncool darstellen zu müssen.
Hier also der Versuch, andere Dinge zu finden, die Ottensen cool machen, ebenso wie Dinge, die man besser ändern sollte.

Cool finde ich die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die Buslinien bringen einen schnell in die Innenstadt und mit der S-Bahn kommt man von Altona bis nach Blankenese oder Aumühle. Je nachdem, wonach einem gerade der Sinn steht.

Ein weiteres riesiges Plus ist sind die Stadtrad-Stationen. Am Bahnhof Altona, am Rathaus oder an der Königsstraße sind sie ja schon bekannt. Aber nun kommt eine weitere hinzu, für die ich mich begeistern kann. An der Bahrenfelder Straße/Ecke Planckstraße wird gerade die nächste Station gebaut.
Hoffentlich wird sie häufig genutzt, so dass bald vielleicht weitere Standorte folgen.


Nervige Baustelle auf der Bahrenfelder Straße (Bild: J. Hinz)

Nervige Baustelle auf der Bahrenfelder Straße (Bild: J. Hinz)

Die negativen, uncoolen Seiten Ottensens hängen eng mit dem Charme des Stadtteils zusammen. Ein gutes Stichwort, denn eng geht es häufig zu in meinem Quartier. Kaum eine Straße ist für den zweispurigen Verkehr ausgelegt.

Dazu kommen noch an der Seite parkende Autos und zum Teil sogar noch „Zweite-Reiher-Parker“. So entstehen häufig kleine „Verkehrsinfarkte“.


Und wo fahren die Radfahrer? (Bild: J. Hinz)

Und wo fahren die Radfahrer? (Bild: J. Hinz)

Ein Beispiel, das mir besonders negativ aufgefallen ist, befindet sich auf schon erwähnter Bahrenfelder Straße. Kurz bevor sie auf die Ottenser Hauptstraße trifft, verengt sie sich derzeit durch eine Baustelle noch zusätzlich. Durch das herrliche Kopfsteinpflaster ist sie für Radfahrer eigentlich unbefahrbar. Eben jenes Kopfsteinpflaster, was im Grunde eine schöne Erinnerung an alte Zeiten sein könnte, ist für Radfahrer enorm störend.

Radler gibt es viele, durch die Stadträder werden noch einige hinzukommen, also sollte auch eine vernünftige Infrastruktur für diese Klientel geschaffen werden. Das fehlt mir noch. Das finde ich uncool.


Stadtteilreporter Nizar Brahim:


Das Coole an Ottensen sind die multikulturellen Bewohner. Von asiatisch-anatolisch bis europäisch. Auch die coolen Bars und Cafes sowie die Restaurants sind Anziehungsorte, auch für sehr viele Nicht-Ottenser. Aber genau dies kann gleichzeitig auch das Uncoole an Ottensen sein. Denn dadurch entsteht die Gentrifizierung, eine Aufwertung des Stadtteils, welche die Mieten steigen lässt. Es gibt weder bezahlbare Wohnungen in Ottensen noch Parkplätze. Die Mieten steigen fast monatlich und viele Konzerne werden auf dieses Quartier aufmerksam, wie zum Beispiel IKEA. Zu den Parkplätzen brauch man nicht viel sagen. Es ist so gut wie unmöglich, noch ein ordentlichen Parkplatz zu finden. Trotz all dieser uncoolen Probleme des Stadtteils liebt jeder Ottenser sein Quartier, denn wir haben das lebendigste und schönste Viertel in Hamburg.

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