Zukunft des Bahnhofstunnels offen

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Ein Stand auf dem "Markt im Tunnel" (Bild: A.Göhler)

Ein Stand auf dem "Markt im Tunnel" (Bild: A.Göhler)

Die Verkaufsbuden sind eher flüchtig zusammengenagelte Hütten, mancher Schirm hier hat schon bessere Zeiten gehabt. Müll liegt am Rand, an einem Treppenaufgang prügeln sich drei schwer angetrunkene Männer und beschimpfen sich in einer offensichtlich osteuropäischen Sprache. „Tja, ist nicht immer schön, aber belebt“, sagt Michael Laindl. Seit gut zehn Jahren verkauft der 45-Jährige hier am Fußgängertunnel unter der Max-Brauer-Allee in Altona schon Druckertinte in einem der Kioske. Gegenüber werden Jacken und Hosen angeboten, an einem anderen Stand Gemüse gehandelt. „Markt im Tunnel“, nennen die Händler diese bunte Szenerie, die manchen Kommunalpolitiker stört und deren Zukunft jetzt höchst ungewiss geworden ist.

Nach einem Beschluss der Bezirksversammlung soll die Bewirtschaftung des Tunnels künftig öffentlich ausgeschrieben werden. Bisher gibt es für die Händler nur Halbjahresverträge – weswegen kaum einer dort groß investieren könne, wie Tintenexperte Laindl sagt. Als Bewerber für möglicherweise längerfristige Verträge sind zurzeit sowohl die Händler selbst im Gespräch als auch der Möbelriese Ikea, der in der Nähe ein neues Möbelhaus baut. Allerdings hat der Bezirk Altona zurzeit zu dem Tunnel auch einen Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, der am 20. Oktober entschieden werden soll. „Wir wollen neue gestalterische wie funktionale Vorschläge für den Tunnel bekommen“, sagt Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose (parteilos). Möglich sei dann auch, dass es gar keine Händler oder Verkaufsstände mehr gibt im Tunnel – dann habe sich auch die Frage der Bewirtschaftung erledigt.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Altona nach neuen Möglichkeiten für den Tunnel sucht, der die Große Bergstraße mit dem Bahnhof verbindet. Weil es immer wieder Beschwerden über Dreck, Punker und Angetrunkene gab, wollte die Bezirkspolitik ihn 2008 sogar komplett schließen. Doch dann gab es Proteste, vor allem von Rollstuhlfahrern – und der Tunnel blieb, wie er war.(at)

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