Kompromisslösung für Hundertwasser-Café beschlossen

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Elemente des Hundertwassercafés sollen auch nach dem Umbau übernommen werden (Bild: I. Krug)

Elemente des Hundertwassercafés sollen auch nach dem Umbau übernommen werden (Bild: I. Krug)

Das Hundertwasser-Café wird abgerissen, aber die Außenfassade und Teile der künstlerischen Elemente sollen in die Neubebauung an der Behringstraße wieder integriert werden. Dieser Kompromissvorschlag, den der Investor, die Wohnbau GmbH, Anfang November für das umkämpfte Café vorgestellt hatte, ist nun beschlossene Sache. Die Abstimmung dazu war in der vergangenen Woche erfolgt.

„Über diese Pläne herrscht in den Parteien Konsens und sie werden in dieser Form umgesetzt“, sagt Nils Fischer, Sprecher des Bezirksamts Altona. Abgestimmt hatten 11 von 13 stimmberechtigten Abgeordneten des Bezirks Altona auf Antrag der CDU.

Insgesamt 66 Wohnungen will der Investor Wohnbau GmbH auf dem Gelände des Cafés entstehen lassen. Eigentlich wollte er das Café abreißen lassen, wogegen sich ein Bürgerbegehren bildete. Dem Wunsch der Initiative „Rettet das Hundertwasser-Café“ nach Erhalt des beliebten Stadtcafés mitsamt einer anliegenden Eventhalle hatte sich auch die Bezirksversammlung angeschlossen. Das Hundertwasser-Café sollte unter Denkmalschutz gestellt werden. Das Denkmalschutzamt aber entschied anders: Da das Gebäude nur der Architektur von Friedensreich Hundertwasser nachempfunden sei, wäre es nicht denkmalschutzwürdig.

Daher folgte nun der Beschluss, die Kompromisslösung des Investors mit Abriss und Wiederaufbau einzelner Elemente anzunehmen. Hinter diesem Vorschlag stand erwartungsgemäß nicht die gesamte Bezirksversammlung – Fraktionsmitglieder der GAL und Linke enthielten sich oder stimmten dagegen. „Wir wollten mit dieser Abstimmung signalisieren, dass wir hinter dem Bürgerbegehren stehen. Dieser Kompromiss trickst das Ergebnis des Bürgerbegehrens unserer Meinung nach aus“, sagt Lars Andersen, Geschäftsführer der GAL-Bezirksfraktion Altona.


Die Initiative „Rettet das Hundertwassercafé“ ist in der Tat nicht zufrieden. Sie hätten dafür plädiert, das Café in seiner jetzigen Form zu erhalten, so Sprecherin Renate Link von der Initiative. „Die Bürger haben nicht für einen Wiederaufbau unterschrieben, sondern für den Erhalt des Cafés in der ganzen Komplexität. Mit diesem Kompromiss geht die Originalität verloren“, sagt die 52-Jährige. Die Pläne der Wohnbau GmbH sehen auch den Abriss der alten Fahrzeughalle vor. Diese wurde bislang als Eventhalle genutzt. Stattdessen soll hier zukünftig eine Tiefgarage entstehen.

Zumindest aber sollen Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens mit darüber entscheiden können, welche Elemente der Architektur übernommen werden. Mithilfe einer 3D-Technik wird der jetztige Zustand dokumentiert und soll im Anschluss dabei helfen, das Café wieder in den alten Zustand zu bringen. Der Beginn der Bauarbeiten am Hundertwassercafé steht noch nicht fest. Laut Bezirkssprecher Nils Fischer wird das Verfahren aber zügig vorangetrieben.

Antonia-Eser-Ruperti

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