Kaputtes Klo bringt Bedürfnisanstalt in Gefahr

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Mella Frank: Ein bunter Tag zur Rettung der Bedürfnisanstalt (Bilder: S. Remesch)

Mella Frank: Ein bunter Tag zur Rettung der Bedürfnisanstalt (Bilder: S. Remesch)

Als öffentliche Toilette mit überdachtem Warteraum 1928 erbaut, hat sich die Bedürfnisanstalt in den vergangenen Jahren zur Kunst- und Kulturstätte entwickelt. „Das kleine Örtchen, wo Ideen zuhause sind“, lautet das Credo. Nach dreieinhalb Jahren als nicht-kommerzielle Veranstaltungs- und Ausstellungsfläche könnte die Bedürfnisanstalt nun allerdings vor dem Aus stehen.

Der Grund: Jemand hatte große Papierhandtücher in die Toilette im Untergeschoss geworfen. Für die Hebeanlage war das zu viel. Die Pumpe lief heiß und ging schließlich kaputt. Mit der Rechnung kam dann der Schock. Die 788,55 Euro teure Reparatur sprengte das Budget der Betreiber, denn das Kunst-Klo mitten in Ottensen ist kostendeckend ausgelegt und nicht gewinnorientiert.

„Unüberwindbare Hürde“

„Das klingt erst einmal nach nicht sehr viel“, meint Mella Frank, die die Bedürfnisanstalt gemeinsam mit zwei Freunden leitet. „Doch bei den Budgets, mit denen wir auskommen, ist das eine unüberwindbare Hürde.“ Die Lawaetz-Stiftung, die das Projekt seit Jahren unterstützt, erklärte sich schließlich bereit, die Hälfte der Unkosten zu übernehmen.

Die Toilette ist das Herzstück der Bedürfnisanstalt

Die Toilette ist das Herzstück der Bedürfnisanstalt

Die noch fehlende Hälfte des Geldes soll nun durch eine Soliveranstaltung am Sonnabend, dem 21. Januar, aufgebracht werden. „Das wird ein ganz bunter Tag“, unterstreicht Mella Frank. „Wir beginnen mit einem gemeinsamen Frühstück. Dann übernehmen Künstler, Musiker und DJs die Bedürfnisanstalt. Alle zwei Stunden wird der Raum von einem neuen Protagonisten übernommen“, erklärt die 37-Jährige.

Kunst, Tanz und Theater als Rettungsanker

Freiwillige können sich noch bis zum 21. Dezember anmelden. Das Konzept und die inhaltliche Gestaltung sind dabei völlig frei. „Das ist genau der rege Ideenaustausch, der die Bedürfnisanstalt ausmacht“, unterstreicht Frank. „Jeder soll seine Kunst zeigen können, in einem Ort der für jeden frei zugänglich ist.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob es nun um Malerei, Fotografie, Tanz, Theater, Musik oder gesprochenes Wort geht.

Für jeden Künstler fallen pro Stunde 12,21 Euro Unkostenbeitrag an. Maximal zwei Stunden kann jeder Teilnehmer beanspruchen. Dieses Geld und auch alle Einnahmen aus dem Verkauf von Essen und Getränken fließen in die Pumpe. Künstler, die ihre Werke zum Verkauf anbieten, können ihre Erträge zu 100 Prozent behalten.

Steve Remesch


Info: Mehr zur Bedürfnisanstalt auf der Facebook-Seite www.facebook.com/Die.Beduerfnisanstalt.Hamburg

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