„Wir verändern Hamburg“ – WorkCamp in Ottensen

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Das zweite WorkCamp in Ottensen: Hier entstehen Spielgeräte für Kinderspielplätze (Bilder: C. Lachnitt)

Das zweite WorkCamp in Ottensen: Hier entstehen Spielgeräte für Kinderspielplätze (Bilder: C. Lachnitt)

Am vergangenen Wochenende öffnete zum zweiten Mal das UrbanCamp in Ottensen seine Pforten. Von Freitag bis Sonntag (26.-28. August) konnten sich Interessierte in verschiedenen Initiativen engagieren und tatkräftig mitarbeiten. Auch wenn es zur gleichen Zeit wie der Urbanathlon in Ottensen stattfand, hat das UrbanCamp mit dieser Sportveranstaltung fast nichts gemein, außer dem Engagement der Teilnehmer. Denn hier konnte und sollte jeder Teilnehmer aktiv mitmachen – getreu dem Motto: Es gibt keine Zuhörer, nur Teilnehmer.


Teilnehmer der Initiative „Hamburg bist du“

Teilnehmer der Initiative „Hamburg bist du“

Schon vor dem Eingang des Werkheims in der Planckstraße 13 in Ottensen hört man es Hämmern und Sägen. Mehrere Frauen und Männer stehen an zwei großen Werkbänken und bearbeiten lange Holzbretter. Sie nehmen am Workshop der Initiative Hamburg bist du teil und haben es sich heute zur Aufgabe gemacht, Spielgeräte für Kinderspielplätze anzufertigen. Dabei entwickelten die Teilnehmer einen Prototypen, der die Kinder psychosomatisch schulen soll, also die motorischen Fähigkeiten fördern und verbessern soll. Die fertigen Geräte sollen dann Spielplätzen in verschiedenen Stadtteilen zugute kommen.

Die Initiative „Balduins Box“

Die Initiative „Balduins Box“

Im lichtdurchfluteten Innenbereich des Werkheims hat es sich die Initiative Balduins Box gemütlich gemacht. Der lange Holztisch ist mit Acrylfarben, Pinseln und Kartons bedeckt. Was auf den ersten Blick wie ein fröhlicher, bunter Malkurs wirkt, hat einen ernsten Hintergrund. Denn hier bemalen die Teilnehmer des Workshops sogenannte Trauerboxen für Eltern und Verwandte, die ihr Kind durch einen Unfall oder eine Krankheit verloren haben.


So sieht eine fertige Trauerbox aus

So sieht eine fertige Trauerbox aus

Die Idee der Trauerboxen stammt von Daniela Becker, die selbst ihr Kind verloren und es sich zur Aufgabe gemacht hat Gleichgesinnten ein wenig die Zeit der Trauer zu erleichtern. In den Boxen befinden sich ein paar Anregungen, die helfen sollen, in der Hilflosigkeit einen Weg zu finden – zum Beispiel Gebete, Kerzen oder Gedichte. Die Teilnehmer bemalen die Boxen mit bunten Motiven, wie Fischen, Engeln und Blumen. Die fertigen Produkte werden an verschiedene Kliniken in Hamburg verschickt, das Pflegepersonal leitet die Boxen an die Betroffenen weiter.


Netzwerken, Brainstormen, Ideen und Konzepte entwickeln

Neben praktischer Arbeit wurde auch viel diskutiert

Neben praktischer Arbeit wurde auch viel diskutiert

„Hamburg bist du“ und „Balduins Box“ sind zwei von acht Initiativen, die am Wochenende am UrbanCamp teilnehmen. Der gemeinsame Nenner lautet: soziales Engagement. Das UrbanCamp entstand im vergangenen Jahr in Anlehnung an sogenannte BarCamps: Diese Camps leben von ihren Teilnehmern. Es gibt keine Planung im Vorfeld, keine Einladungen und keine festen Redner. Ganz so spontan und ohne Planung ging es beim zweiten UrbanCamp dann doch nicht vonstatten, aber die Teilnehmer spielten natürlich auch hier die Hauptrolle.

Das Orga-Team: Frederike Tepe, Anne Wangrin, Birte Frische und Jan Knackstedt

Das Orga-Team: Frederike Tepe, Anne Wangrin, Birte Frische und Jan Knackstedt

Die Idee des UrbanCamps stammt von den Initiatoren Anne Wangrin, Frederike Tepe, Birte Frische und Jan Knackstedt. Die vier Initiatoren habe es sich zur Aufgabe gemacht, den verschiedenen Initiativen der Stadt ein Forum zu geben, um sich auszutauschen und neuen Mitgliedern vorzustellen. Auch in diesem Jahr konnten Interessierte zwischen den verschiedensten Aktivitäten wählen. Zupacken konnten die Teilnehmer beim Workshop GrünAnteil: Im Volkspark wurde hier mehrere Stunden unter Anleitung Urban-Gardening betrieben.

Beim Workshop „Für eine bessere Welt“ waren gute Ideen und Kreativität gefragt. Wie nutze ich Online-Kontakte? Wie plane ich Kampagnen? Wie mobilisiere ich andere? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer und versuchten von 10 bis 17 Uhr Lösungen und Ansätze herauszuarbeiten.

Neue Leute kennenlernen – mit der Initiative „niriu“

Neue Leute kennenlernen – mit der Initiative „niriu“

Wer eher auf Aktivitäten wie gemeinsames Frühstück, Pokerrunden und Weinprobe stand, war bei den beiden Gründern des Nachbarschaftsportals Niriu.com genau richtig. Hier stand im Vordergrund, neue Leute kennenzulernen und ein nettes Wochenende miteinander zu verbringen.


Schluss mit Reden – anpacken!

Im Werkheim fand das UrbanCamp statt

Im Werkheim fand das UrbanCamp statt

Da die Teilnahme am Camp kostenlos ist, sind Unterstützer natürlich unabdingbar. So machte es zum Beispiel die Gemeinnützige Treuhandstelle Hamburg e.V. durch ihre Spende möglich, dass die Räumlichkeiten des Werkheims für das Wochenende gemietet werden konnten. Neben der finanziellen Unterstützung spielt auch der Idealismus der einzelnen Initiativen, Teilnehmer und Initiatoren eine wichtige Rolle. „Es bringt nichts, über Probleme und Missstände nur zu reden, sondern man muss auch anpacken können“, so beschreibt Anne Wangrin ihre Motivation.

Die ehrenamtlichen Organisatoren möchten in den drei Tagen den Initiativen eine Starthilfe geben, um nach dem Camp mit neuen Teilnehmern und neuen Ideen einen größeren Schritt in ihren sozialen Tätigkeiten voranzukommen. Rund einhundert Teilnehmer haben sich am Wochenende in den Initiativen, Workshops und Diskussionsrunden engagiert und aktiv mitgearbeitet. Zwar zu unterschiedlichen Themen, aber mit dem gleichen Ziel: Hamburg ein bisschen zu verändern.


Christina Lachnitt

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Eine Antwort auf „Wir verändern Hamburg“ – WorkCamp in Ottensen

  1. Schön, dass das Abendblatt jetzt auf diesem Weg darüber berichtet. Brauchen die Blogger es nicht mehr!